Eingezogen sind die Seniorinnen und Senioren schon im Juni, jetzt wurde das DRK-Seniorenheim „Haus am Medembogen“ in Otterndorf auch offiziell eröffnet. Der Neubau hat 19 Millionen Euro gekostet.
Seit Juni 2023 prägte die Baustelle an der Ecke Schleusenstraße/Am Medembogen das Otterndorfer Stadtbild – nun wurde das neue Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes Cuxhaven-Hadeln offiziell übergeben und in Betrieb genommen. Werner Otten, Präsident des DRK-Kreisverbands Land Hadeln, begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter den CDU-Europaabgeordneten David McAllister, sowie etliche Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung. Für diejenigen, die das Haus noch nicht von innen gesehen hatten, bot sich die Gelegenheit, sich im Rahmen einer Führung umzuschauen.
19 Millionen Baukosten, zwei Jahre Bauzeit, 5200 Quadratmeter Nutzfläche, acht Hausgemeinschaften, das sind die nackten Zahlen der neuen Einrichtung, doch dahinter verbergen sich Menschen, Erlebnisse und Emotionen. „Der Umzug war für die Seniorinnen und Senioren eine echte Herausforderung“, sagte Einrichtungsleiterin Elke Ahlf. Auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hätte die erste Zeit im neuen Haus viel Kraft abverlangt. „Aber mittlerweile haben wir uns gut eingegroovt“, erklärte Elke Ahlf.
Das Wohnen und die Arbeit im Haus am Medembogen sind insofern neu, als die Einrichtung nach dem sogenannten Hausgemeinschaftsprinzip arbeitet – mit acht Wohngemeinschaften für jeweils elf Personen. Sieben dieser Hausgemeinschaften sind bereits in Betrieb, für die achte wird noch Personal gesucht. Dieses Konzept mit einem Mix aus Pflege, Betreuungs- und Präsenzkräften und eigenen Küchen wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich im Haus Am Dobrock in Cadenberge praktiziert.
Gesellschaftskapital um vier Millionen Euro erhöht Volker Kamps, Geschäftsführer beim DRK Cuxhaven-Hadeln, wertete das Hausgemeinschaftsprinzip des neuen Seniorenheims als „Alleinstellungsmerkmal“ und zeigte sich „glücklich und stolz“ darüber, wie zügig und finanziell abgesichert der Neubau realisiert wurde. Man sei im geplanten Kostenrahmen geblieben, was heutzutage „ein außergewöhnliches Ergebnis“ sei. Sein Dank ging unter anderem an die Samtgemeinde Land Hadeln, die als Mitgesellschafterin der „Haus am Süderwall gGmbH“ die Erhöhung des Gesellschaftskapitals um vier Millionen Euro mitgetragen hatte. „Ohne diesen Partner wäre eine Realisierung nahezu unmöglich gewesen.“
Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule hob die große Bedeutung der neuen Einrichtung für die Region hervor, die ein Leben in Würde und Geborgenheit ermöglicht. Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen bezeichnete die Zusammenarbeit zwischen DRK und Samtgemeinde als „Erfolgsprojekt“. Das alte Seniorenheim am Süderwall sei nicht mehr zeitgemäß gewesen und die Ansprüche an Seniorenpflege hätten sich komplett geändert. Hans Hartmann, Präsident des DRK-Landesverbands Niedersachsen, zeigte sich zuversichtlich, dass das neue Seniorenheim weit über seine Mauern hinaus wirken werde – als Symbol für gelebte Verantwortung und Gemeinschaft.
Architekt Prof. Dr. Georg Klaus ließ den Bauprozess von der Planung und dem ersten Spatenstich im Juni 2023 bis zur Realisierung Revue passieren. Ein großes Lob richtete er in diesem Zusammenhang an den Landkreis Cuxhaven, der die Baugenehmigung innerhalb von sieben Monaten erteilt hatte. Aber auch einige Hürden habe es gegeben. So habe die Coronapandemie die Planungs- und Entscheidungsabläufe gelähmt. Und: Die Nachhaltigkeits-Zertifizierung sei lang, beschwerlich und steinig gewesen. Dennoch sei es gelungen, ein energieeffizientes und nachhaltiges Gebäude zu bauen.
Georg Klaus überreichte Volker Kamps und Werner Otten den symbolischen Schlüssel zum Seniorenheim. Sie gaben das überdimensionale Gerät an Seniorenheim-Leiterin Elke Ahlf weiter.

